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DAS FACHMAGAZIN FÜR FORSTTECHNIK UND HOLZTRANSPORT Donnerstag, 18.01.2018
MEDIADATEN

Um das Floßholz zu transportieren, nutzt Frächter Fridolin Weber eine Kombibrücke von Huttner, die zusammengeschoben als Zwangslenker dient.
Fuhrunternehmer Weber transportiert Langholz, das täglich zu Wasser gelassen wird

Der ursprünglichste Art des Holztransports ist die Flößerei. Diese wurde mittlerweile vom Lkw abgelöst. Der Frächter Fridolin Weber versöhnt beide Transportarten, denn er fährt zerlegte Flöße flußaufwärts zum nächsten Einsatz.

Sauberer ist es in einem Operationssaal auch nicht. Die Lkw-Fahrerkabine wirkt, als würde Fridolin Weber mit seinem Truck ausschließlich zum Einkaufen fahren. Aber der Frächter Weber fährt Holz. Dennoch verirrt sich kaum ein Staubkorn auf die Sitze seines MAN TGS 26.540, die Armaturen sind gewischt und selbst im Fußraum liegt kaum ein Krümel. Wie schafft der Mann das nur? Schließlich transportiert Weber täglich Lang- und Kurzholz aus den Wäldern rund um München. Zwangsläufig steht er dabei auch mal im Matsch einer aufgeweichten Forststraße, sitzt bei Regen auf dem Ladekran und holt sich im Sommer staubige Klamotten. Selbst der grün lackierte Lkw glänzt wie frisch poliert. „Erstens fährt der Junior häufiger und der ist noch pingeliger als ich. Zudem wird der Lkw jede Woche innen und auch außen saubergemacht“, erläutert Weber. So simpel, so effektiv.

Zerlegte Flöße

Der 60 Jahre alte Fridolin Weber fährt seit Ende der 70er Jahre Holz. Bereits sein Vater war Holzkutscher, Weber gründete aber seine eigene Firma und transportiert zusammen mit seinem Sohn insbesondere die Sortimente aus dem Stadtwald München zu den Sägewerken der Region. Zudem betreibt er einen Holzhandel. Hier verkauft er besonders Fichten- und Tannenholz, das er auf dem Stock oder als Zwischenhändler kauft. Als durchaus außergewöhnlich kann aber die Fracht bezeichnet werden, die Weber beinahe täglich aus München ins 30 Kilometer entfernte Wolfratshausen kutschiert: zerlegte Flöße. Der Grund dafür heißt Michael Angermeier. Der Unternehmer ist in vierter Generation Flößer und organisiert von Mai bis September Isar-Floßtouren für Touristen. Seine Vorfahren lotsten einst das frisch geschlagene Holz aus den umliegenden Gebirgen auf der Isar ins Tal, wo es verkauft beziehungsweise genutzt wurde. Mittlerweile übernehmen die Eisenbahn und Lkw diese Aufgabe. Aber die Angermeiers flößen noch immer – nun eben Urlauber und Betriebsausflügler. Dafür baut der Flößer mit einigen Mitarbeitern täglich frühmorgens Flöße zusammen – bis zu sieben Stück an Wochenenden – und rauscht beladen mit feierlustigen Gästen von Wolfratshausen isarabwärts zur bayerischen Landeshauptstadt. Dort gehen die Gäste von Bord, und Angermeier und seine Truppe zerlegen die Flöße wieder. Und genau an dieser Stelle kommt Weber ins Spiel. Denn der Spediteur sammelt pro Tour ein Floß stammweise aus dem Wasser und lädt es zwischen die Rungen seiner Zugmaschine und des nachlaufenden Zwangslenkers. Anschließend rauscht er isaraufwärts zurück nach Wolfratshausen und sortiert die geflößten Stämme aufs Trockendock an der Ablegestelle. Schließlich werden sie hier am nächsten Morgen wieder gebraucht, um – verspannt zu einem Floß – Ausflügler nach München zu tragen.

Pro Floß werden 17 oder 18 Stämme verbaut. Die 18 Meter langen Fichten verfügen über einen Mittendurchmesser von 35 bis 38 Zentimeter, mit einem Zopf um die 29 Zentimeter. Es handelt sich also um richtige Sägeware, und tatsächlich landen die Stämme am Ende der Saison in einem Sägewerk. Bis dahin aber verbringen sie ihr Dasein als Stamm in den Frühjahrs- und Sommermonaten im Pendelverkehr zwischen Ablegestelle und Anlegeplatz. Der Flößer Angermeier und der Frächter Weber verlängern sozusagen die Frist der Fichten, ehe sie als Bretter und Leisten enden. [...]

Julian Delbrügge

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe FORSTMASCHINEN-PROFI September 2015 erschienen.



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