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DAS FACHMAGAZIN FÜR FORSTTECHNIK UND HOLZTRANSPORT Montag, 21.05.2018
MEDIADATEN

Nachdem der Terminator im Kasten ist, wird er auf eine Vorspannung von etwa 50 Bar gebracht.
Die Niedersächsischen Landesforsten nutzen den hydraulischen Fällheber Terminator

Beim Namen Terminator denken die meisten an die Filme mit Arnold Schwarzenegger. Doch es gibt noch einen Terminator, der weder schießen noch sich verflüssigen kann. Aber Kraft hat auch er. Der hydraulische Fällheber von Till Hydraulik stemmt bei den Niedersächsischen Landesforsten Starkholz.


Der Forstwirt zieht seine Fällsäge aus dem Schnitt. Fast zeitgleich setzt sein Kollege einen zweiten Keil, dann schwingt er den Hammer. Rythmisch drischt er auf den Keil ein, der sich Schlag für Schlag tiefer in den Baum zwängt. Beide Männer blicken immer wieder in die Krone der dicken alten Buche. Jeder Schlag auf den Keil jagt Erschütterungen durch den Stamm, die Totäste lösen könnten. Trotz Helm sind herabfallende Äste gleich welcher Größe eine große Gefahr. Der zweite Forstwirt setzt den Spalthammer ab, wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht und lehnt sich kurz gegen den Baum. Nur noch wenige Schläge und die Buche wird fallen, doch ein paar Minuten Verschnaufen müssen drin sein.

Zunehmend hydraulische Fällhilfen

Trotz moderner Technik läuft die Starkholzfällung meistens wie oben beschrieben ab. Es ist harte und gefährliche Arbeit. Eine große Erleichterung stellt seit Jahrzehnten die Motorsäge dar, und mittlerweile zieht zunehmend eine weitere Unterstützung in die Wälder ein: hydraulische Fällhilfen.

Seit dem Jahr 2000 nutzten diverse niedersächsische Forstämter den Mammut C, einen hydraulischen Fällheber aus den USA. War man anfänglich zufrieden mit der Fällunterstützung, entstanden irgendwann Probleme mit der Ersatzteilversorgung. Zunächst fertigte die in Helmstedt sitzende Günther Till GmbH & Co. KG (Till Hydraulik) auf Anfrage Ersatzteile im Einzelbau, was natürlich teuer war. Auch in der Denkzentrale der Niedersächsischen Landesforsten, dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz), kam man zunehmend ins Grübeln. Julian Syldatk, zuständig für Arbeitslehre und Verfahrensentwicklung beim NFBz, besuchte Till Hydraulik an einem Tag im Jahr 2012 mit Verbesserungsideen für den Mammut. Denn „den Mammut durfte man noch nicht einmal auf den Kopf stellen, sonst hat er geölt“, erzählt Syldatk. Als er seine Vorschläge beim Hydraulikspezialisten auf den Tisch packen wollte, packte Wolfgang Minge einen völlig neuen hydraulischen Fällheber auf den Tisch: den Terminator. Minge ist Ingenieur bei Till Hydraulik und Leiter der Konstruktionsabteilung und Steuerungstechnik. Er hatte Eigeninitiative gezeigt und sich offenbar Gedanken gemacht. Damals war der hydraulische Fällheber noch ein Prototyp, der noch nie Wald gesehen hatte. Dennoch kann Julian Syldatk anerkennen: „Das Gerät war von Beginn an sehr ausgereift.“ Das durfte dann auch das Forstliche Bildungszentrum überprüfen, und so ließen die Niedersächsischen Landesforsten ein kraftstrotzendes Gerät mit 34 Tonnen Hubkraft in ihren Wald, das Terminator heißt, der Beender (terminate englisch für beenden).

Wagenheber für Starkholz

Doch jede Kraft ist nützlich, wird sie beherrscht. Wie man den Terminator beherrscht, lernen unter anderem die Forstwirtazubis bei den Landesforsten. So stapfen jetzt fünf angehende Forstwirte, begleitet von ihrem Ausbilder und Forstwirtschaftsmeister am Forstamt Seesen Lutz Kobrig, einen leichten Berg hoch. Auf halber Höhe steht eine Buche mit einem Brusthöhendurchmesser von über 70 Zentimeter. An diesem stattlichen Baum soll der Terminator zeigen, ob seine Kraft aus echten Kilonewton oder doch nur aus Aufbaupräparaten besteht. Die Stärke eines hydraulischen Fällhebers liegt aber nicht nur in dessen schierer Kraft. Weil er quasi wie ein Wagenheber funktioniert, kann Starkholz damit sanft umgepumpt werden – annähernd erschütterungsfrei. Es entfällt also nicht nur die kräftezehrende Keilerei, auch die Bedrohung durch herabstürzende Äste wird stark vermindert.

Zwei Stufen durch Teleskopzylinder

Der Terminator wendet seine Kraft über einen Teleskopzylinder an, also in zwei Stufen: In der ersten Stufe, also dem ersten Ausschub, stemmt der Terminator satte 34 Tonnen bei einer Hubhöhe von 72 Millimetern. Zündet der Fällheber seine zweite Stufe, packt er noch einmal 19 Tonnen bei einem Hub von noch 63 Millimeter. Der Till-Hydraulik-Fällheber bietet also einen Gesamthub von 13,5 Zentimetern. Allerdings kommt die zweite Stufe in der Praxis nur selten zum Einsatz. Sie gibt dem Baum den letzten Kick, um ihn über den Kippunkt zu drücken. Der Forstwirtschaftsmeister am Forstamt Seesen Lutz Kobrig gibt aber zu bedenken, daß der Baum vor dem Fällen bereits falsch eingeschätzt wurde, wenn die zweite Stufe nötig wird. Im Grunde sollte jeder Baum mit der ersten Stufe zu Fall gebracht werden. Seine maximale Kraftentfaltung erreicht der Fällheber bei einem zulässigen Arbeitsdruck von 430 Bar. Der Vorgänger Mammut dagegen erreichte seine angegebenen 40 Tonnen Hubkraft bei 850 Bar, was nicht nur den Öldruck, sondern auch den Blutdruck des pumpenden Forstwirts ansteigen ließ. Zudem hatte der Kolben des Mammut bei Überschreiten des maximalen Hubes die unangenehme Eigenart herauszufallen. […]

Julian Delbrügge

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe FORSTMASCHINEN-PROFI April 2014 erschienen.



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