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DAS FACHMAGAZIN FÜR FORSTTECHNIK UND HOLZTRANSPORT Donnerstag, 18.01.2018
MEDIADATEN

Das UOT Arm-1 wird an der vorderen Dreipunktaufhängung montiert. Setzt der Schlepper auf, läßt sich die Vorderachse ausheben.Das Anbaugerät „UOT Arm-1“ hebt Schlepper von Stubben herunter

Vor rund einem Jahr hat die Firma Jassmann den Bereich Pflanzvorbereitung mit in ihr Angebot genommen. Die zu diesem Zweck angeschaffte Ahwi-Streifenfräse machte ihre Sache prima, also wollten Jassmanns das Segment weiter ausbauen. In diesem Sommer holte das Unternehmen zum Rundumschlag aus und erstand einen Valtra T153, einen Scheibenpflug sowie ein Gerät mit dem mysteriösen Namen „UOT Arm-1“.

„Das ist technisch jetzt nichts weltbewegendes, aber bauen muß es schließlich erst mal jemand“, beschreibt Enrico Jassmann in breitestem Sächsisch das Arm-1. Entdeckt hat es der 32jährige, der bei seinem Vater Reinmut (53) angestellt ist, im Internet. Dort fahndete er nach Lösungen für ein nerviges Problem: Es kommt immer mal wieder vor, daß der Traktor auf einem Stubben aufsetzt, da kann man noch so viel Vorsicht bei der Fräsarbeit walten lassen. Aus eigener Kraft kommt man oft nicht mehr frei; vor allem, wenn der Stumpf recht mittig unterm Schlepper sitzt, kann keines der Räder genug Kraft auf den Boden bringen, und „dann stehste da wie Max in der Sonne“, bringt es Enrico Jassmann auf den Punkt. Zwischenzeitlich experimentierte er mit einer Bergewinde, doch mit ihrer Hilfe ließ sich der Schlepper nur in den seltensten Fällen befreien. Also bedeutete Aufsetzen in der Regel, telefonisch Hilfe in Gestalt eines zweiten Schleppers anzufordern, je nach Entfernung des Einsatzorts waren da schnell zwei oder mehr Stunden zum Teufel. Bei
der Internet-Recherche stieß Enrico Jassmann dann auf das Arm-1. In einem Video war dargestellt, wie das Anbaugerät einen aufsitzenden Schlepper spielerisch befreien kann. Jassmanns waren überzeugt und wollten auch so einen Arm-1, doch das gestaltete sich etwas kompliziert: Hersteller des Geräts ist die Firma UOT. Die hat ihren Sitz in Lettland, und mit Ausnahme der zwei kleinen Youtube-Filmchen gibt es kein Informationsmaterial zum Arm-1. Zwar verfügen die Letten auch über einen Internetauftritt, doch der widmet sich ausschließlich ihren Scheibenpflügen. Da es bis zu diesem Zeitpunkt auch keinen deutschsprachigen UOT Händler gab, mußten Vater und Sohn Jassmann direkten Kontakt zu den Letten aufnehmen – überflüssig zu erwähnen, daß beide kein Lettisch sprechen und im Hause UOT niemand Deutsch kann ... Nachdem die Suche nach einem gemeinsamen sprachlichen Nenner fehlgeschlagen war, bediente man sich des Online Übersetzers Bing; die Resultate lesen sich zwar häufig etwas befremdlich, aber eine andere Möglichkeit gab es nun einmal nicht.

Eine halbe Tonne Letten-Stahl

Auch wenn sich die Kommunikation alles andere als einfach gestaltete, konnten die Letten alle Fragen ihrer sächsischen Interessenten zufriedenstellend beantworten. Auch den veranschlagten Preis fanden Jassmanns in Ordnung, also wurde ein Arm-1 bestellt. Anfang Juli erhielt das Unternehmen sein Gerät – aber wie funktioniert das Arm-1 eigentlich? Nun, im wesentlichen handelt es sich dabei um einen Korpus aus massiven Stahlplatten, der einen mächtigen Hydraulikzylinder beherbergt. Montiert wird das Gerät in der Front-Dreipunktaufnahme. Setzt der Schlepper auf, läßt sich mit dem Zylinder ein Stempel betätigen, der die Vorderachse des Traktors ausheben kann. Der Stempel wird jedoch nicht gerade nach unten gedrückt, sondern klappt über ein Scharnier heraus; so wird der Schlepper nicht nur angehoben, sondern gleichzeitig ein Stück nach hinten gedrückt und bereits ein wenig vom Stubben heruntergeschoben. Jetzt sollten in aller Regel auch die Hinterräder wieder genügend Grip haben, so daß der Schlepper rückwärts vom Stubben gefahren werden kann – fertig! In der Tat nutzt das Arm-1 keine Hochtechnologie, sondern schlicht die Physik; das soll die Arbeitsleistung der Firma UOT keinesfalls schmälern, denn Enrico Jassmann hat völlig recht: „Bauen muß es schließlich erst mal jemand“ – und das machen die Letten offenbar sehr gut, das Arm-1 wirkt ungemein solide. Die massive Bauweise kommt nicht nur der Haltbarkeit zugute, sondern macht meist auch ein zusätzliches Frontgewicht überflüssig. Bei Fräsarbeiten kann man vorderen Ballast ganz gut gebrauchen, das 500 Kilogramm schwere Arm-1 erfüllt diesen Part gleich mit. [...]

Jan Biernath

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe FORSTMASCHINEN-PROFI September 2014 erschienen.



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